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Siemens Healthineers MedMuseum

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Wo früher die Maschinen dröhnten...

Gebäude und Architektur des Siemens MedMuseums

Wo heute Besucher aus aller Welt auf Entdeckungsreise durch die Anfänge der Medizintechnik und der Geschichte von Siemens Healthcare gehen können, wurde im Jahr 1893 schwer gearbeitet. In dem einstigen Maschinensaal der Firma Reiniger, Gebbert & Schall (RGS), einer der Vorgängerfirmen von Siemens Healthcare, dem Medizintechnik-Unternehmen der Siemens AG, hat seit 2014 das Siemens MedMuseum sein Zuhause.

Alte Fabrik von RGS im Bau Image
Alte Fabrik von RGS im Bau (Foto:1892/93)

Die bereits 1877 von Erwin Moritz Reiniger gegründete Werkstatt für optische, physikalische und elektromedizinische Geräte hat ihren Sitz zunächst in einem Haus am Schlossplatz 3 in Erlangen. Doch nachdem Karl Schall und Max Gebbert im Jahr 1886 in die Firma einsteigen und damit RGS begründen, reichen die Räumlichkeiten bald nicht mehr aus. So wird 1892 mit dem Bau der im Rückblick sogenannten „Alten Fabrik“ an der Ecke Buckenhofer Straße (heute Luitpoldstraße) begonnen. Mit einer Fläche von 6.330 Quadratmetern bietet das neue Gebäude doppelt so viel Platz wie zuvor. Es wird 1893 bezogen und verfügt neben zahlreichen Werkstätten und Büros über einen Eichraum, ein physikalisches und ein chemisches Labor. Die Firma hat sich damit auch langfristig Erweiterungsmöglichkeiten gesichert, da das Gebäude am unbebauten Stadtrand liegt.

Die alte Fabrik von RGS noch ohne Erweiterung nach Süden Image
Die alte Fabrik von RGS noch ohne Erweiterung nach Süden 1898
Alte Fabrik mit Erweiterung nach Süden Image
Alte Fabrik mit Erweiterung nach Süden, 1898

Schon in den Jahren 1897/98 wird diese Fabrik nach Süden hin um fast das Doppelte erweitert, gleichzeitig wird das umliegende Gelände aufgekauft. Im Jahr 1898 wird RGS eine besondere Ehre zuteil: Prinz Ludwig von Bayern (der spätere König Ludwig III.) besucht Erlangen und besichtigt auch die Fabrik von Reiniger, Gebbert & Schall. Er wird vom Firmeninhaber Max Gebbert persönlich durch die neuen Räume geführt. Damals ist RGS die größte Fabrik in Erlangen und das Wachstum der Firma hält an: Im Jahr 1910 errichtet das Bauunternehmen Mauss an der Luitpoldstraße neben dem Fabrikgebäude den sogenannten Verwaltungsbau. Hier finden die Direktoren und leitenden Angestellten ihren Platz. Bereits 1911 entsteht neben dem Verwaltungsbau die Schreinerei, erbaut von der Firma Dykerhoff & Widmann, einer Spezialfirma für die damals neuartigen Betonbauten.

Fabrikgelände mit Alter Fabrik und Verwaltungsbau Image
Fabrikgelände mit Alter Fabrik und Verwaltungsbau von der Luitpoldstraße aus in 1910
Schreinerei und Verwaltungsbau von der Luitpoldstraße Image
Schreinerei und Verwaltungsbau von der Luitpoldstraße (Foto von 1925)

Der Winkel wird in den folgenden Jahrzehnten der Ausgangspunkt für viele weitere Bauten auf dem Gelände, welche die Geschichte von RGS über die Siemens-Reiniger-Werke bis zum Unternehmensbereich Medizintechnik der Siemens AG wiederspiegeln. Mit den Neubauten nach dem Zweiten Weltkrieg erstreckt sich das Firmengelände nun auf der Fläche zwischen Gebbert- und Hartmann- bzw. zwischen Luitpold- und Henkestraße und zum Teil darüber hinaus. Im Jahr 1999 folgt der Abbruch des Großteils dieser Fabrikanlagen. Von den vielen Bauten, die größtenteils unterirdisch miteinander verbunden waren, steht heute nur noch das Hochhaus in der Henkestraße und die Bauten an der Ecke Luitpold- und Gebbertstraße, die der Stadt Erlangen übereignet wurden. Sie halten die Erinnerung an diese Zeit und das einst riesige Firmenareal wach.

 

Mit dem Einzug des Siemens MedArchivs und des MedMuseums hat sich der Kreis geschlossen. In etwa vierjähriger Bauzeit unter Leitung der Architektin Simone Krainz entstehen von 2010 bis 2014 im Erdgeschoss der Bauten entlang der Gebbertstraße neue Räume für Archiv und Museum. Ein moderner Anbau an die denkmalgeschützte Backsteinfassade ist der Treffpunkt für die Besucher und Eingang ins Museum. Auch an Raum für Sonderausstellungen und andere Veranstaltungen wurde dabei gedacht. Die Gestaltung der Ausstellung erfolgte durch die Firma SchielProjektgesellschaft mbH in Berlin.
 

Der Anbau für das Siemens MedMuseum entsteht Image
Der Anbau für das Siemens MedMuseum entsteht, 2013/14
Das Siemens MedMuseum heute Image
Das Siemens MedMuseum heute

 

Links:
Mehr Infos zur Architektur unter: www.krainz-architekten.de
Informationen über die Gestaltung der Dauerausstellung unter: www.schiel-projekt.com

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